Politik und Gesellschaft - Kühlen Kopf bewahren!

Kühlen Kopf bewahren!
Title
Direkt zum Seiteninhalt
In einer komplexen Welt gibt es keine einfachen Lösungen!

Politik und Gesellschaft


„Fridays for future“ und die Politik

Seit Wochen demonstrieren auch in Deutschland junge Menschen im Rahmen der Bewegung „Fridays for future junge Menschen für mehr und besseren Klimaschutz und bleiben dafür dem Schulunterricht fern. Sogar Eltern schließen sich mittlerweile dieser Bewegung an und unterstützen ihre Kinder in diesen Aktionen. Das scheint auch dringend nötig, droht doch gerade Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele für 2020 krachend zu verfehlen. Und schließlich geht es um die Zukunft eben derer, die da Freitag für Freitag demonstrieren und nicht um die derjenigen, die heute „an den Schalthebeln der Macht sitzen“ und in der Verantwortung stehen, die Welt für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu erhalten. Obwohl es um genau diese Menschen geht, sind die von der Gestaltung ihrer eigenen Zukunft weitestgehend ausgeschlossen; ihr einziges Mittel, sich zu beteiligen, sind diese Demonstrationen.

Nun stößt es bereits seit Beginn dieser Bewegung bei etablierten Politiker/innen insbesondere der eher als „konservativ“ zu bezeichnenden Parteien auf Kritik, dass diese Demos während der Schulzeit stattfinden. Sie werfen ihnen vor, die Schule zu „schwänzen“, und drohen mit entsprechenden Konsequenzen. Dass dieser Tatbestand so nicht erfüllt ist, kann u.a. bei Wikipedia nachgelesen werden. Zudem gibt es durchaus Wege, dem Unterricht legal fernzubleiben. Doch gerade um den 15. März 2019 herum, an dem die weltweit größte Beteiligung an diesen Demonstrationen erreicht wurde, nahmen die Einschüchterungsversuche deutscher Politiker/innen massive Formen an. Bereits im Vorfeld forderte die Bezirksregierung Düsseldorf Wuppertaler Schulen auf, die Zahl der Teilnehmer an der für diesen Tag angekündigten Großdemonstration zu melden offenbar auf Betreiben der nordrhein-westfälischen Schulministerin Yvonne Gebauer. Die konnte sich allerdings mit ihrem Ansinnen nicht wirklich durchsetzen: Die Schulleiter reagierten jedenfalls zum Teil verärgert und ließen wissen, sie bräuchten Unterstützung bei anderen Problemen, und die Demo-Initiatoren forderten sie auf, selbst zum Zählen nach Wuppertal zu kommen. Auch die CDU-Vorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer, meldete sich zu Wort: sie ließ wissen, dass sie die Demonstrationen zwar gut finde, nicht aber, dass diese während der Schulzeit stattfänden. Die daraus entstehenden Konsequenzen müssten sie ertragen. Im Gegensatz zu ihr äußerte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt bedingtes Verständnis für die jungen Menschen: für dieses Anliegen könne man schon mal am Freitagvormittag demonstrieren. Für eine Dauereinrichtung wäre ihm allerdings auch der Freitagnachmittag lieber.


Meine Meinung

Wie oft ist den jungen Menschen vorgeworfen worden, sie seien zu unpolitisch und nur an ihrer Karriere interessiert?! Nun gehen sie zu Zehntausenden auf die Straße, weil die verantwortlichen Politiker/innen offensichtlich einfach nicht in der Lage sind, die Weichen für eine Zukunft zu stellen, die auch für die heute junge Generation, die sich noch nicht aktiv an den zu treffenden politischen Entscheidungen beteiligen kann, noch lebenswert ist. Diese Menschen sagen, dass Angst sie umtreibt: die Angst, in einer Welt leben zu müssen, die nicht mehr wirklich lebenswert ist. Statt ihnen diese Angst zu glauben, diese Menschen ernst zu nehmen, bemühen sich viele Politiker/innen, sie zu diffamieren, ihnen zu unterstellen, es gehe ihnen um Fernbleiben von der Schule. In dieser Situation springen den jungen Menschen zunächst einmal Eltern zur Seite und engagieren sich ebenfalls fürs Klima. Sehr lobenswert, wie ich finde. Diesen jungen Menschen sollte man ihre Angst glauben. Nur wer über entsprechende Bildung verfügt, wird an solchen Demonstrationen teilnehmen; auch denke ich, dass Eltern von Schülern, die wegen ihrer Leistungen den Schulunterricht besser nicht versäumen sollten, ihren Sprösslinge schon entsprechnde Anweisungen geben werden. Die Mehrzahl derer, die da teilnehmen, werden wissen, was sie tun; da werden die Ermahnungen von „AKK“ weitgehend überflüssig sein. Ich jedenfalls freue mich, dass so viele junge Menschen auf die Straße gehen und für ihre Zukunft streiten gegen Politiker/innen, die sich immer noch von gewinnsüchtigen Lobbyisten beeinflussen lassen, statt die Zukunft verantwortlich gestalten zu wollen. Dass ich damit nicht alleine stehe, belegt auch der Tagesthemen-Kommentar vom 15. März 2019. Allerdings muss ich zugestehen, dass die Frage nach dem Zeitpunkt der Demonstrationen (während der Schulzeit) auch mir nicht völlig unberechtigt erscheint; so weit ich es bei meimer flüchtigen Übersicht über die Homepage erkennen konnte, bleiben die Organisatoren eine Aussage hierzu schuldig.


Zurück zum Seiteninhalt